Bilderwand oder Einzelbild: So entscheiden Sie
Bilderwand oder Einzelbild? Entscheidung nach Wandbreite, Betrachtungsabstand und Anzahl der Werke; Raster und Petersburger Hängung, Außenmaß, Abstände.
Aurecort
10/10/20268 min lesen
Die erste Entscheidung vor einer leeren Wand fällt meist unbemerkt: Soll hier ein einzelnes Bild hängen, oder sollen mehrere Arbeiten zusammen eine Bilderwand bilden? Beides kann richtig sein, aber nicht beides an derselben Wand. Ein Einzelbild gibt der Wand einen Blickpunkt, eine Bilderwand baut eine Fläche. Dieser Beitrag führt die Entscheidung auf vier Fragen zurück, beschreibt die Hängungen einer Bilderwand mit ihren Maßen und nennt die häufigsten Fehler bei beiden Lösungen; am Ende wissen Sie, was zu Ihrer Wand passt und wie es aufgebaut wird.
Was eine Bilderwand ist und worin sie sich von einer Reihe unterscheidet
Zwei oder drei gleich große Bilder nebeneinander sind eine Reihe: eine Linie, eine Flucht. Eine Bilderwand ist etwas anderes. Sie besteht meist aus vier oder mehr Arbeiten, oft in mehr als einer Linie; die Arbeiten müssen nicht gleich groß sein, und das Ganze wird als ein Block gelesen. Die Regeln für Höhe, Abstand und Reihenfolge einer Reihe stehen im Beitrag über Wandgestaltung mit Tennisbildern; hier geht es um die Entscheidung, ob man über die Reihe überhaupt hinausgeht.
Wann ein Einzelbild die richtige Entscheidung ist
Ein Einzelbild lässt eine starke Komposition ohne Konkurrenz stehen. In diesen Fällen ist es die richtige Wahl.
Die Wand ist schmal. Auf einem Wandstück von 80–120 cm Breite wird es mit mehr als einem Bild eng; ein einzelnes 50 × 70 im Hochformat genügt hier.
Der Raum ist bereits voll. Bei offenen Regalen, einem gemusterten Teppich oder vielen Gegenständen erzeugt eine weitere Fläche an der Wand Unruhe; ein Bild mit Raum darum lässt das Zimmer zur Ruhe kommen.
Die Arbeit ist stark genug, um allein gelesen zu werden. Ein einzelner Platz in der Draufsicht, eine klare Farbfläche oder eine große Perspektive brauchen keine Begleitung.
Die Wand wird aus der Ferne gesehen. Mit wachsendem Abstand verlieren kleine Arbeiten ihre Details; ein einzelnes, größeres Bild bleibt auch von weitem lesbar. Die Maßrechnung steht im Beitrag über das Format 50 × 70.
Wann eine Bilderwand die richtige Entscheidung ist
Die Wand ist breit, und ein Bild allein trägt sie nicht. An einer leeren Wand von mehr als 2 Metern Breite wirkt ein einzelnes mittelgroßes Bild klein.
Sie haben mehrere Arbeiten von gleichem Gewicht. Wenn keine hervorsticht, ist es besser, sie als Ganzes zu zeigen, als eine auszuwählen und die anderen wegzustellen.
An der Wand geht man vorbei. In Flur, Treppenhaus und auf dem Treppenabsatz werden Bilder aus der Nähe und im Gehen gesehen; eine Bilderwand bietet bei jedem Schritt ein anderes Detail.
Die Auswahl wird mit der Zeit wachsen. Die Bilderwand ist die einzige Hängung, die für eine neue Arbeit Platz schaffen kann. Wie eine Auswahl wächst, steht im Beitrag eine Kunstsammlung beginnen.
Vier Fragen für die Entscheidung
Die erste Frage ist die freie Breite der Wand. Unter 120 cm kommt ein Einzelbild in Frage, zwischen 120 und 200 cm ein Einzelbild oder eine Reihe, über 200 cm eine Reihe oder eine Bilderwand.
Die zweite Frage ist der Betrachtungsabstand. Wird die Wand sowohl aus der Ferne als auch aus der Nähe gesehen, funktioniert eine Bilderwand in beiden Abständen: von weitem liest man den Block, aus der Nähe die einzelnen Arbeiten. Wird sie nur aus der Ferne gesehen, ist ein einzelnes großes Bild klarer.
Die dritte Frage ist, wie viele Arbeiten vorhanden sind und was sie verbindet. Mit weniger als vier entsteht keine Bilderwand. Bei vier und mehr sollten die Arbeiten mindestens zwei Gemeinsamkeiten haben: Thema, Palette, Rahmen oder Oberfläche.
Die vierte Frage ist, wie voll der Raum ist. Sind die übrigen Wände und Flächen ruhig, trägt der Raum eine Bilderwand; wenn nicht, wählt man das Einzelbild.
Hängungen für die Bilderwand
Rasterhängung
Gleiches Maß, gleicher Rahmen, gleiche Abstände; die Bilder stehen in Zeilen und Spalten. Es ist die ruhigste Bilderwand und der Geometrie der Platzlinien am nächsten. Mit Bildern 50 × 70 im Hochformat und 8 cm Abstand nehmen zwei Zeilen mit je zwei Bildern 108 × 148 cm ein, zwei Zeilen mit je drei Bildern 166 × 148 cm. Liegt die Mitte des Blocks auf 145–150 cm, kommt die Unterkante auf etwa 71–76 cm, die Oberkante auf 219–224 cm. Deshalb ist das zweizeilige Raster im Hochformat eine Hängung für leere Wände, Flure und Treppenabsätze; über ein Sofa mit 80–90 cm hoher Lehne passt es nicht.
Werden dieselben Bilder im Querformat verwendet, messen zwei Zeilen mit je zwei Bildern 148 × 108 cm, und die Unterkante bleibt bei etwa 91–96 cm. Das passt über eine niedrige Konsole von 70–75 cm Höhe.
Petersburger Hängung
Arbeiten in unterschiedlichen Größen kommen zusammen. Es gelten drei Regeln. Zuerst wird die größte Arbeit als Anker gesetzt; nicht genau in die Mitte, sondern leicht daneben. Dann kommen die anderen Arbeiten ringsum dazu, und alle Abstände bleiben gleich: 5–8 cm. Schließlich bleibt mindestens eine Flucht gemeinsam; etwa enden die Oberkanten der oberen Linie oder die Außenkanten zweier Spalten auf derselben Linie. Ohne gemeinsame Flucht wirkt die Hängung zufällig.
Bei Aurecort ist 50 × 70 cm das Standardmaß; die unterschiedlichen Maße, die eine Petersburger Hängung braucht, werden als Sondermaß gefertigt und in der Angebotsphase festgelegt.
Hängung auf Mittellinie
Arbeiten unterschiedlicher Höhe werden an einer einzigen waagerechten Linie ausgerichtet: Die Mitte jedes Bildes liegt auf 145–150 cm, Ober- und Unterkanten bleiben frei. In langen Fluren wirkt das leichter als ein Raster und geordneter als die Petersburger Hängung.
Bilderleiste
Die Bilder werden nicht gehängt; sie lehnen auf einer schmalen, etwa 10 cm tiefen Leiste und überlappen sich teilweise. Gebohrt wird nur für die Leiste, und die Bilder lassen sich jederzeit wechseln. Das eignet sich für Mietwohnungen und für Auswahlen, die sich oft ändern; bei Canvas ohne Glas ist darauf zu achten, dass die Oberflächen nicht aneinander reiben.
Das Außenmaß: das Ganze wie ein einzelnes Bild messen
Das Maß einer Bilderwand ist nicht das Maß der einzelnen Bilder, sondern das gedachte Rechteck, das alle umschließt. Für dieses Rechteck gelten die Regeln des Einzelbildes: Seine Breite liegt zwischen zwei Dritteln und drei Vierteln des Möbels darunter, an einer leeren Wand bei 60–75 Prozent der Wandbreite; seine Mitte liegt 145–150 cm über dem Boden; über Möbeln bleiben zwischen Unterkante und Möbel 15–25 cm. Über einem Sofa von 240 cm bedeutet das ein Rechteck von 160–180 cm Breite, an einer leeren Wand von 3 Metern 180–225 cm.
Zuerst wird das Rechteck festgelegt, dann werden die Bilder hineingesetzt. Geht man umgekehrt vor, läuft die Hängung zur Seite oder nach oben aus.
Was eine Bilderwand zusammenhält
Viele Arbeiten werden nur dann als eine Fläche gelesen, wenn sie etwas gemeinsam haben. Bei den Rahmen sind es höchstens zwei Töne; gibt es Passepartouts, haben alle dieselbe Farbe. Die Palette kann verbinden: der Ziegelton des Sandplatzes, das Blau des Hartplatzes und das Grün des Rasens stehen an derselben Wand nebeneinander, weil es die Farben desselben Themas sind. Auf welchem Belag in dieser Woche gespielt wird, lässt sich in den Tennis-Notizen verfolgen.
Auch das Motiv verbindet: der Platz in der Draufsicht, ein Liniendetail, das Netz, der Abdruck eines Balls. Die Arbeiten der Bilder-Serie sind in einer gemeinsamen Sprache angelegt und passen deshalb an solche Wände. In eine Bilderwand kann auch ein Gegenstand eingehen, der kein Bild ist; ein gerahmter Schläger wirkt als Anker, und dafür gibt es die Wand-Serie. Es sollte bei einem Gegenstand bleiben; ein zweiter macht aus der Wand eine Vitrine.
Schritt für Schritt: eine Bilderwand aufbauen
Im ersten Schritt berechnen Sie das Außenrechteck und markieren seine Ecken mit Malerkrepp an der Wand.
Im zweiten Schritt legen Sie die Bilder auf dem Boden in einer gleich großen Fläche aus. Auf dem Boden lässt sich leicht umstellen; fotografieren Sie die Anordnung, die Ihnen gefällt, von oben.
Im dritten Schritt setzen Sie den Anker: die größte oder die dunkelste Arbeit.
Im vierten Schritt verteilen Sie das Gewicht. Dunkle und große Arbeiten sollen sich nicht in einer Ecke sammeln, sondern in gegenüberliegenden Ecken stehen.
Im fünften Schritt legen Sie den Abstand fest. Schneiden Sie ein Stück Karton auf die Breite des Abstands zu und benutzen Sie es als Lehre.
Im sechsten Schritt kleben Sie von jedem Bild eine Papierschablone an die Wand und warten einen Tag.
Im siebten Schritt hängen Sie von der Mitte nach außen; zuerst den Anker, dann seine Nachbarn.
Häufige Fehler
Wechselnde Abstände sind der erste Fehler; was eine Bilderwand von einem Durcheinander unterscheidet, ist der gleichbleibende Abstand.
Ohne festgelegtes Außenrechteck zu beginnen, ist der zweite. Wächst die Hängung, läuft sie über das Möbel hinaus.
Für jedes Bild einen anderen Rahmen und eine andere Passepartoutfarbe zu wählen, ist der dritte.
Kleine Arbeiten dünn über eine breite Wand zu streuen, ist der vierte; es entsteht kein Block, die Wand wirkt gefleckt.
Ein zweizeiliges Raster im Hochformat über ein Sofa zwängen zu wollen, ist der fünfte. Die untere Zeile verschwindet hinter der Lehne.
Ein starkes Einzelbild mit kleinen Arbeiten zu umgeben, „damit es nicht leer aussieht“, ist der sechste; das Bild ist dann kein Blickpunkt mehr.
Einem vollen Raum eine Bilderwand hinzuzufügen, ist der siebte.
Eine Wand, die mit der Zeit wächst
Eine Bilderwand muss nicht an einem Tag fertig sein. Man kann das Außenrechteck für sechs Arbeiten berechnen und mit drei beginnen: Die Bilder stehen in der einen Hälfte des Rechtecks, die andere Hälfte wartet leer. Kommt eine neue Arbeit hinzu, ändern sich Abstand und Flucht nicht; nur der freie Platz füllt sich. Im Raster fallen fehlende Felder auf; für Wände, die wachsen sollen, eignen sich die Petersburger Hängung oder die Bilderleiste besser.
Häufige Fragen
Wie viele Bilder braucht eine Bilderwand?
Mindestens vier. Drei Arbeiten in einer Linie gelten als Reihe. In Wohnungen sind fünf bis neun am häufigsten; vor der Anzahl wird das Maß des Außenrechtecks festgelegt.
Wie groß soll der Abstand zwischen den Bildern einer Bilderwand sein?
5–8 cm, und überall gleich. Bei großen Arbeiten wirken 8 cm ausgewogener, bei kleinen 5 cm.
Kann man in einer Bilderwand verschiedene Größen mischen?
In der Petersburger Hängung ja; die größte Arbeit wird zum Anker, und mindestens eine Flucht bleibt gemeinsam. Im Raster haben alle Bilder dasselbe Maß.
Funktioniert eine Bilderwand in einem kleinen Raum?
Ja, aber nur an einer Wand. Die anderen Wände sollten leer oder ruhig bleiben; ist der Raum voll, ist das Einzelbild die bessere Entscheidung.
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