Tennis aktuell: Peking und Shanghai, 8. Oktober
Tennis aktuell, 8. Oktober 2026: Bartunkova steht in Peking im Halbfinale, in Shanghai läuft die erste Runde. Ergebnisse, Paarungen und Einordnung.
Aurecort
10/8/20266 min lesen
Seit Ende September spielt der Tenniskalender in Asien, und in dieser Woche überschneiden sich zwei große Turniere: In Peking stehen die Frauen im Viertelfinale, in Shanghai haben die Männer ihre erste Runde gespielt. Dieser Beitrag zu Tennis aktuell fasst den Stand vom Nachmittag des 8. Oktober 2026, einem Donnerstag, zusammen: wo gespielt wird, wer noch dabei ist, was die Ergebnisse sagen und worauf bis zum Wochenende zu achten ist.
Tennis aktuell: zwei Städte, ein Belag
Die China Open in Peking werden im National Tennis Center auf Hartplätzen im Freien gespielt. Das Männerturnier endete am 6. Oktober; das WTA-1000-Turnier der Frauen geht am 11. Oktober zu Ende. Das Masters in Shanghai begann am 7. Oktober in der Qizhong Forest Sports City Arena und dauert bis zum 18. Oktober, ein ATP-1000-Turnier, ebenfalls auf Hartplatz im Freien. Die Frauen ziehen nächste Woche nach Wuhan weiter: 12. bis 18. Oktober, Optics Valley International Tennis Center, wieder Hartplatz.
Gemeinsam ist den drei Städten der Belag. Ein Hartplatz ist eine Acrylbeschichtung auf Beton oder Asphalt; der Ball springt gleichmäßig ab, das Tempo liegt zwischen Sand und Rasen. Deshalb entscheiden Aufschlag und der erste Schlag danach, in langen Ballwechseln zählt die Beinarbeit. Wie Beläge Spiel und Farbe prägen, beschreibt der Beitrag Platzbeläge und ihre Farben.
Viertelfinale in Peking: Der Name der Woche heißt Nikola Bartunkova
Im ersten Viertelfinale des Tages schlug die 20-jährige Tschechin Nikola Bartunkova ihre Landsfrau Karolina Muchova, an Position sieben gesetzt, mit 6:3, 6:0. Das Match dauerte 67 Minuten. Bartunkova gewann die ersten fünf und die letzten sieben Spiele und steht zum ersten Mal in ihrer Karriere im Halbfinale eines WTA-1000-Turniers. Sie war als Nummer 26 der Setzliste gestartet und hatte in der dritten Runde Aryna Sabalenka ausgeschaltet.
Das Ergebnis liest sich anders, wenn man die Runde davor kennt. Im Achtelfinale hatte Muchova ein fast dreistündiges Match gegen Naomi Osaka mit 7:5, 1:6, 7:6 gewonnen, den entscheidenden Tiebreak mit 9:7. Zwei Tage später fand sie nicht zum selben Niveau und beendete die Partie mit 37 unerzwungenen Fehlern; die Last des langen Matches darf zu den Gründen gezählt werden. Bartunkova eröffnete das Spiel früh, nahm ihrer Gegnerin im zweiten Spiel den Aufschlag ab und ließ den Abstand nicht mehr schrumpfen. Dass eine junge Spielerin bei einem großen Turnier nach einer Führung nicht nachlässt, ist ein dauerhafteres Zeichen als das Ergebnis selbst.
Im Halbfinale wartet Bartunkova auf die Siegerin der Partie zwischen Mirra Andreeva und Ekaterina Alexandrova. Die beiden trafen bisher zweimal aufeinander, beide Male gewann Alexandrova. Im Achtelfinale kamen beide mit demselben Ergebnis weiter, 6:2, 6:2: Andreeva gegen Daria Snigur, Alexandrova gegen die an fünf gesetzte Linda Noskova.
Die beiden anderen Viertelfinals
Zheng Qinwen und die an sechs gesetzte Elina Svitolina stehen sich zum ersten Mal gegenüber. Zheng besiegte im Achtelfinale Alina Charaeva mit 6:1, 2:6, 6:4 in mehr als zwei Stunden; Svitolina schlug Ann Li 6:2, 6:3. Für die Lokalmatadorin ist das Publikum Unterstützung und Gewicht zugleich, und auf der anderen Seite steht die Erfahrung einer Gegnerin, die ihr 29. WTA-1000-Viertelfinale spielt.
Bei Elise Mertens gegen Iga Swiatek treffen zwei unterschiedliche Wochen aufeinander. Mertens schlug die an drei gesetzte Coco Gauff mit 6:3, 6:3, ihr erster Sieg im sechsten Duell. Swiatek hatte gegen Iva Jovic ein kurzes Match, 6:1, 6:3. Auf dem Papier liegt Swiatek vorn; dass Mertens in dieser Woche eine Topgesetzte in zwei Sätzen besiegt hat, ist aber Grund genug, die Partie nicht einseitig zu sehen.
Was die Männer aus Peking und Tokio mitnehmen
Die beiden Endspiele der Vorwoche bilden den Hintergrund für Shanghai. In Peking gewann Novak Djokovic den ersten Satz gegen Alex de Minaur im Tiebreak mit 7:6; de Minaur gab nach einer medizinischen Auszeit zu Beginn des zweiten Satzes auf. Es war der 102. Titel in der Karriere des 39-Jährigen. In Tokio schlug Carlos Alcaraz Jiri Lehecka 7:6, 6:4, holte seinen 27. Titel und ist der erste Mann seit Pete Sampras 1993 und 1994, der in Tokio zwei Jahre in Folge gewann.
Erste Runden in Shanghai: Wie sich das Tableau formt
Der größte Abwesende in Shanghai ist der Weltranglistenerste Jannik Sinner. Der Italiener zog wegen einer Verletzung am rechten Knie zurück und kündigte an, in dieser Saison nicht mehr zu spielen. An Nummer eins gesetzt ist Alexander Zverev, in diesem Jahr Sieger von Roland Garros und der US Open; es folgen Alcaraz und Ben Shelton. Djokovic ist an Position zehn gesetzt. Die Gesetzten hatten in der ersten Runde ein Freilos und greifen ab dem Wochenende ein. Auch Vorjahressieger Valentin Vacherot steht im Feld.
Die auffälligsten Ergebnisse der ersten Runde: Stefanos Tsitsipas schlug den Qualifikanten Kimmer Coppejans 6:3, 7:5 und trifft in der zweiten Runde auf den an 18 gesetzten Luciano Darderi. Hubert Hurkacz besiegte James Duckworth 6:3, 7:6 und schlug 19 Asse. Matteo Arnaldi gewann 6:3, 6:1 gegen Bernard Tomic, der zum ersten Mal seit sieben Jahren im Hauptfeld eines Masters stand.
Das Match der zweiten Runde: Hurkacz gegen Djokovic
Der Sieg führt Hurkacz direkt zu Djokovic. Die Paarung ist aus zwei Gründen interessant. Der erste ist das Spiel: Hurkacz' Stärke ist der Aufschlag, die von Djokovic der Return darauf, und auf Hartplatz trennen die beiden oft nur wenige Punkte. Der zweite ist der Kalender: Djokovic spielte am Dienstag ein Finale in Peking und steht wenige Tage später in einer anderen Stadt auf einem anderen Platz. In dieser Phase der Saison entscheidet die Erholung oft ebenso wie die Form.
Sinners Fehlen öffnet die obere Hälfte des Tableaus. Für Zverev ist es die Probe, ob ein Spieler mit zwei großen Titeln in dieser Saison dieselbe Ordnung auch auf Masters-Ebene durchsetzen kann. Alcaraz kam aus einer langen Pause wegen einer Handgelenksverletzung zurück und holte in Tokio den Pokal; Shanghai wird zeigen, ob diese Rückkehr dem Rhythmus eines zweiwöchigen Turniers standhält.
Worauf bis zum Wochenende zu achten ist
In Peking stehen die restlichen Viertelfinals und die Halbfinals an; das Turnier endet am 11. Oktober. Gewinnt Bartunkova ihr Halbfinale, steht sie zum ersten Mal in einem Endspiel auf der Tour. In Shanghai beginnt die zweite Runde, und die Gesetzten treten an: Hurkacz gegen Djokovic und Tsitsipas gegen Darderi sind die ersten Partien, auf die sich der Blick lohnt. Am 12. Oktober beginnt Wuhan, wo Coco Gauff Titelverteidigerin ist.
Die Farbe des Hartplatzes und ihr Gegenstück an der Wand
Das Bild der Asien-Tour ist von Stadt zu Stadt ähnlich: eine Fläche in Blau- oder Grüntönen, scharfe weiße Linien, ein ebener Platz, der in den Abendpartien unter dem Flutlicht glänzt. Von oben gesehen wird der Platz zu einer Ordnung, die vom Spiel unabhängig ist: Rechtecke, Aufschlagfelder und eine einzige Mittellinie. Die Kompositionen der Bilder-Serie von Aurecort zeigen den Platz genau aus dieser Perspektive, von oben; wie dieselbe Ordnung auf Leinwand mit Farbe und Struktur entsteht, beschreibt der Beitrag Tennisbilder: Farbe, Textur und Komposition.
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